Die Förderung der chirurgischen Forschung liegt unserer Stiftung
besonders am Herzen.

Arbeitsgruppe Neumann – Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Der Begriff der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) umfasst im Wesentlichen die Erkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, die mit wiederkehrenden Bauchschmerzen, teils blutigen Durchfällen, Gewichtsverlust, Fieberschüben und erheblichen Einschränkungen des alltäglichen Lebens einher gehen.

Durch bis heute nicht gänzlich geklärte Auslöser wird das körpereigene Immunsystem aktiviert und dadurch eine Entzündung der Darmschleimhaut generiert. Die Ursache für CED wird als multifaktoriell bezeichnet, was bedeutet, dass verschiedenen Einflussfaktoren wie genetische Prägung, Darmbakterien, Ernährung und Stoffwechsel Einfluss auf den Ausbruch der Krankheit zugeschrieben wird. Aktuell erkranken ca. drei bis vier Menschen von 100. 000 jährlich an CED. Als besonderer Risikofaktor wird dabei eine sogenannte westliche Lebensweise eingestuft, da sich gerade in Europa und den USA in letzter Zeit zunehmende Erkrankungszahlen zeigen. Aber auch in den nicht-westlichen Ländern zeigt sich zuletzt durch die Adaptierung moderner Lebensstile eine steigende Anzahl an Patienten mit CED.

Da der auslösende Mechanismus letztlich nicht bekannt ist, wird versucht die Krankheit durch die medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems zu beherrschen. Trotz moderner Therapeutika ist aber auch heute noch bei 30 bis 50% der Patienten eine operative Therapie notwendig. Bei einer solchen Operation müssen je nach Erkrankungsform verschiedene Bestandteile des Darmes entfernt werden. Bedauerlicherweise ist aber in den meisten Fällen auch die chirurgische Therapie nicht heilend, sodass vor allem bei Morbus Crohn in bis zu 50% der Fälle eine erneute Operation erforderlich wird. Zudem sind die Komplikationsraten bei CED-Operationen aufgrund des eingeschränkten Allgemeinzustandes der Patienten teils deutlich erhöht. Letztlich besteht damit sowohl auf dem Gebiet der Entwicklung neuer Therapeutika als auch im Hinblick auf die Verbesserung der chirurgischen Therapie ein hoher Forschungsbedarf.

Angesichts dieses Forschungsbedarfs untersuchen wir in der “Arbeitsgruppe für chronisch entzündliche Darmerkrankungen” der Klinik und Poliklinik für Chirurgie des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München anhand klinischer und grundlagenwissenschaftlicher Studien, sowohl neue Therapieansätze als auch verbesserte Möglichkeiten der chirurgischen Therapie. Um möglichst zeitnah neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln und umzusetzen, orientieren wir uns dabei eng an den Problemen der Patienten.

Neben der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) stellt die Stiftung Chirurgie TU München einen wesentlichen Pfeiler für die Finanzierung dieser Forschungstätigkeit dar. Allein diese Unterstützung ermöglicht beispielsweise die Finanzierung von Laborbestandteilen oder den Austausch mit Wissenschaftlern im In- und Ausland. Ohne diese finanzielle Hilfe durch die Stiftung Chirurgie TU München wäre unsere Forschungsarbeit schlicht nicht möglich.

AUCH IM NAMEN UNSERER PATIENTINNEN UND PATIENTEN DANKEN WIR DESHALB HERZLICHST ALLEN SPENDERINNEN UND SPENDERN!

Bayerischer Chirurgenkongress 2018:

Verleihung eines Reisestipendiums der Vereinigung Bayerischer Chirurgenan unseren Chirurgen Dr. med. Philipp-Alexander Neumann zum Besuch des Bayerischen Chirurgenkongresses 2018 und Präsentation der Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe Neumann für chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Dr. med. Philipp-Alexander Neumann (li.) und Univ.-Prof. Dr. med. Helmut Friess