Die von Herrn Prof. Dr. Klaus-Peter Janssen (Klinik und Poliklinik für Chirurgie) betreute TUM-Kollegiatin Julia Geuther holte mit ihrer Arbeit „Genetic invalidation of the SARS-CoV-2-receptor ACE2 in a colon cancer cell line by CRISPR/Cas9 mutagenesis“ neben dem Gewinn des Regionalpreises nun auch den ersten Platz beim Landeswettbewerb “Jugend Forscht” 2021 sowie den Sonderpreis des Elitenetzwerks Bayern. Die Preisverleihung fand online statt. Als bayerische Siegerin hat sie sich nun für die bundesweite Endrunde im Mai qualifiziert.

„Mit Hilfe von CRISPR/Cas 9 habe ich ein gentechnisches “Knock-Out” des Coronavirus-Rezeptors ACE2 in Darmzellen erzeugt. Dabei habe ich die guideRNA entworfen, einen Vektor kloniert, mit diesem Vektor Bakterien transformiert und anschließend humane Darmzellen transfiziert.“, so die 18-Jährige.

Das Projekt der Schülerin beschäftigte sich mit dem Auslöser der globalen Pandemie, dem Sars-CoV2 Virus. Das Virus bindet an menschliche Zellen über das Protein ACE2, das von vielen Gewebetypen im Körper ausgeprägt wird, nicht nur im Hals-, Nasen- oder Rachenbereich. Die Frage war nun, was es für Auswirkungen auf menschliche Zellen aus der Darmschleimhaut hat, wenn man diesen Rezeptor gezielt ausschaltet: Wäre eine Infektion dadurch nicht mehr möglich, die Zellen also geschützt, oder hätte dies vielleicht negative Auswirkungen auf unsere Zellen? Um das Protein ACE2 zielgerichtet zu inaktivieren, wurde die „Genschere“ Crispr eingesetzt, für deren Entdeckung im Jahr 2020 der Nobelpreis verliehen wurde. Frau Geuther hat mit ihrer Arbeit erfolgreich gezeigt, dass mit Hilfe von CRISPR/Cas 9 ein gentechnisches “Knock-Out” des Coronavirus-Rezeptors ACE2 in Darmzellen erzeugt werden kann. Der Corona-Rezeptor ACE2 konnte also genetisch „ausgeschaltet“ werden. Mit dieser wissenschaftlichen Fragestellung wurde mit Hilfe des Mentors Herrn Prof. Janssen ein spannendes neues Forschungsfeld eröffnet, das nun weiter im Forschungslabor der Chirurgischen Klinik untersucht werden soll.

Die Klinik und Poliklinik für Chirurgie unterstützt bereits seit über zehn Jahren das bundesweit einmalige Kooperationsprojekt TUMKolleg zwischen der Technischen Universität München, dem Otto-von-Taube-Gymnasium Gauting (OvTG) und dem Werner-Heisenberg-Gymnasium Garching (WHG). Bereits im Vorjahr konnte ein von Prof. Janssen betreuter Schüler, Domink Krepold, bei „Jugend Forscht“ im Regionalwettbewerb den ersten Platz belegen. Gewissermaßen als Schnittstelle von Schule und Universität bildet das TUMKolleg die organisatorische und inhaltliche Verschränkung von Lernen und Forschen.

Wir gratulieren Frau Geuther herzlich zu dieser außerordentlichen Leistung und drücken die Daumen für die bundesweite Endrunde im Mai!